Musikalische Vielseitigkeit bei stilsicherer Interpretation ist die bestechende Qualität des Ensemble Oriol Berlin. Es formierte sich 1987 mit der Etablierung seiner Konzertreihe im Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin. Das Streicherensemble, das in der Regel ohne Dirigent spielt, hat seitdem ein umfangreiches Repertoire vom Barock bis zur Moderne aufgebaut. Unter den zahlreichen Gästen, die als Solisten oder für Einstudierungen gewonnen wurden, sind Christian Tetzlaff, Kolja Blacher, Emmanuel Pahud, Christine Schäfer und Sergio Azzolini. Die Mitglieder von Oriol sind freiberufliche Musiker, die solistisch und kammermusikalisch tätig sind.
Das Ensemble Oriol Berlin erhielt 1991 den Kunstpreis Berlin (Förderpreis), 1995 den Deutschen Mozart-Förderpreis sowie 1999 den Kritikerpreis der Berliner Zeitung. Tourneen führten in europäische Länder sowie in die USA, nach Mexiko und im Auftrag des Goethe-Instituts nach Asien. Oriol war Ensemble in Residence der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Auf der EXPO 2000 realisierte Oriol vier Uraufführungen. Das Festival „Schönbergs Berliner Schule“, das das Ensemble Oriol Berlin 2001 in Kooperation mit der Akademie der Künste veranstaltete, wurde durch Mittel des Hauptstadtkulturfonds ermöglicht.
Ilan Gronich gründete das Ensemble 1987 und war bis 1993 dessen Künstlerischer Leiter, 1993-1999 folgte ihm Sebastian Gottschick in dieser Funktion, 2000-2001 Peter Rundel.
Im Jahre 2001 wurde das Ensemble Oriol Berlin durch den Zusammenschluss mit dem Persius Ensemble Potsdam auch Teil der Kammerakademie Potsdam. Mit den Bläsern des Persius Ensembles wurden nicht nur die klanglichen Möglichkeiten, sondern auch das Repertoire erweitert; mittlerweile reicht die stilistische Vielfalt des Orchesters von der Barockoper auf historischem Instrumentarium über die klassische Sinfonie bis hin zur Uraufführung zeitgenössischer Werke. Das Kammerorchester der brandenburgischen Landeshauptstadt bietet in Potsdam ein vielfältiges Programm an, das neben verschiedenen Konzertreihen im Nikolaisaal Potsdam auch Konzerte und Opernaufführungen im Schlosstheater Sanssouci beinhaltet. Außerdem wird die Kammerakademie Potsdam regelmäßig zu Gastspielen u.a. in die Kölner Philharmonie, zum Rheingau Musik Festival und zu den Händel-Festspielen Halle eingeladen. Die Künstlerische Leitung der Kammerakademie Potsdam liegt seit der Saison 2007/2008 in den Händen von Michael Sanderling und Andrea Marcon.





ORIOL
Oriolus oriolus
Pirol – Goldamsel

Erst wenn die Bäume ziemlich dicht belaubt sind, kommt der Pirol (Oriolus oriolus L.), die Goldamsel, bei uns an, der letzte Frühlingsbote im Walde. Die Pfingstzeit erherrlicht er durch sein Rufen, wird deshalb »Pfingstvogel« genannt. – Man findet ihn
sowohl in der Kiefernheide als auch in Laub- und Mischwäldern, in Gehölzen und Gärten, an Flussläufen und Talgehängen. In den dichten Kronen hoher Bäume treiben sich die Gelbvögel unstet umher und wissen sich so geschickt den Blicken der Späher zu entziehen, dass gar mancher noch keinen Pirol gesehen hat, obwohl er sein flötendes, klangvolles Rufen schon oft hörte.
Der Ähnlichkeit dieser Rufe mit menschlichen Lauten verdankt der Vogel seine Volkstümlichkeit.
Die Namen »Pirol«, »Vogel Bülow« u.a. sind jenen nachgebildet. Der Priol hält sich nicht streng an eine bestimmt Melodie; doch fällt dieselbe in der Regel vom höchsten Tone eine Quarte bis Sexte herab, etwa »liu kiu« oder »gidleo« usw. Ebenso auffällig und charakteristisch wie das Flöten ist das Kreischen, welches bei der Wildheit des Vogels sehr oft und manchmal recht hartnäckig wiederholt zu hören ist, in der Form »gwäh wäh« oder »krääk«.
(Aus »Excursionsbuch zum Studium der Vogelstimmen von Prof. Dr. U. Voigt,
Leipzig 1920)